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Die Akzeptanz des ständigen Wechsels in der Wichtigkeit der angenehmen und unangenehmen Emotionen, Gefühle, Affekte als wesentliches Kennzeichen emotionaler Intelligenz

Die Gleichsetzung „vererbt und angeboren“, aber auch die Alternative „angeboren oder erworben“ sind unhaltbare Vereinfachungen. Das Erbgut wird durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt aktiviert. Verhaltensstrukturen und Lebensentwürfe entstehen in der vielschichtigen Wechselbeziehung zwischen den genetischen Bedingungen des Menschen und dem Austausch mit seinen Bezugspersonen und Bezugsgruppen, mit den gesellschaftlichen und kulturellen Institutionen bzw. Ordnungen. Das Verhalten der Menschen ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit den sozialen Bedingungen und der inneren Natur des Menschen, d. h. mit seinen Bedürfnissen, Trieben, Emotionen, Gefühlen, Affekten, Gedanken, Wünschen, Überzeugungen, Idealen, Werten und Erfahrungen.

Die Auseinandersetzung um die Befriedigung der individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen und um die Erfüllung der Anforderungen, Erwartungen, Vorstellungen der Umwelt kann in den konkreten Situationen des täglichen Lebens gelingen oder misslingen. Im ersten Fall entwickeln sich Lust, Vertrauen, Kontakt usw.; im zweiten Fall werden Unlust, Angst, Aggression usw. ausgelöst. Der Ausgang der Interaktion ist nie eindeutig vorhersehbar, deshalb sind in der Wechselbeziehung zwischen Individuum und Umwelt Gegensätze, Widersprüche und Ambivalenzen immer mehr oder minder stark unterschwellig aktiv: Lust und Unlust, Liebe und Aggression, Vertrauen und Misstrauen, Sicherheit und Angst, Macht und Ohnmacht. Beide Pole der der emotionalen Gegensätze, Ambivalenzen (ambo = beide; valere = gültig sein) können äußere und/oder innere Reize ausgelöst und vorrangig werden.

Dementsprechend gibt es keine Rangordnung (Hierarchie) der Gefühle d.h. es gibt keine sehr wichtigen, weniger wichtigen oder unwichtigen Gefühle; wichtig sind die Emotionen, Gefühle und Affekte ob angenehm oder unangenehm, weniger stark oder sehr stark, die in der Auseinandersetzung mit der Umwelt ausgelöst werden. Die Wahrnehmung, der Ausdruck und Austausch der ausgelösten Gefühle, führt zu gesunden Entwicklungsprozessen in der Auseinandersetzung mit der einzelnen Person und der Umwelt. Die als unwichtig abgewerteten und abgewehrten, verdrängten Emotionen, Gefühle und Affekte bewirken Entwicklungsstörungen.
    
Auch wenn die Menschen sich das „Positive“, das „schiere Glück“, ein Leben „voll Lust und Harmonie“ noch so sehr wünschen (es manchmal buchstäblich heraufbeschwören möchten), die Ambivalenzen und die mit ihnen verbundenen „Wechselbäder der Gefühle“ bleiben. Für gesundes Wachstum ist es wichtig, den Wechsel in den Befindlichkeiten zu akzeptieren und ihn gemeinsam zu bewältigen, anstatt ihn schicksalhaft zu erleiden oder realitätsverleugnend mit Träumen von „glücklichen Zeiten, harmonischen Beziehungen und heilen Welten“ abzuwehren.

Gegensätze, Widersprüche, Ambivalenzen in der Interaktion zwischen Individuum und Umwelt bewirken Unklarheit, Unsicherheit, Belastung, Stress, Frustration, Ärger, die sich steigern können bis zur Orientierungslosigkeit und Angst. Das innere Gleichgewicht wird gestört. Reaktionen und Handlungen, die erforderlich sind, um wieder stabile innere und äußere Zustände zu erreichen, sind gefährdet. Im Spannungsfeld der unangenehmen Reize und Empfindungen muss das Gleichgewicht, d. h. auch die Reaktions- und Handlungsfähigkeit (aus eigener Kraft oder gestützt durch andere) wiederhergestellt werden. 
Grundprinzipien zur Bewältigung des ständigen Wechsels, zur Überwindung der Gegensätze, Widersprüche, Ambivalenzen und zur Wiederherstellung des inneren Gleichgewichtes sind: Auseinandersetzung, flexible Anpassung, Strukturbildung und Strukturwandel. Die Auseinandersetzung findet nicht als reiner Denkvorgang statt, sondern ist ein Prozess, der durch die gegensätzlichen Reize weniger starke oder sehr starke angenehme und unangenehme Gefühle auslöst und deshalb emotionalen Einsatz, Austausch erfordert. Das gilt auch für die flexible Anpassung, die Strukturbildung und den Strukturwandel. Sie verlangen Zugeständnisse, Kompromisse, Verzicht, Opfer, die nicht nur von emotionalen Kräften begleitet, sondern sogar davon abhängig sind. Die angenehmen und unangenehmen Emotionen, Gefühle und Affekte befruchten die Auseinandersetzung, die flexible Anpassung und sichern die Entwicklung annehmbarer, konstruktiver Kompromisse und wünschenswerter Verhaltensweisen.

Durch emotionale und gedankliche Auseinandersetzung erarbeitete Kompromisse und Verhaltensstrukturen sind raumzeitlich begrenzt und können ihre Gültigkeit, d. h. ihre entwicklungsfördernde Kraft, verlieren. Veränderungen in der Umwelt oder / und inneren Welt machen neue Gegensätze, Widersprüche, Ambivalenzen aktiv; durch erneute Auseinandersetzung müssen neue Kompromisse und Verhaltensstrukturen erarbeitet werden. Die Auseinandersetzung wird zur Lebensaufgabe und mit ihr wird die Annahme sowie die Bewältigung des nie endenden Wechsels von Frustration und Lust, Freude und Leid, Glück und Unglück zur Grundvoraussetzung einer gesunden Entwicklung. Nach Melanie Klein bedeutet das, die „depressive Position“ zu akzeptieren und zu erreichen d. h., das Traurige (depressiv-machende) im Leben anzunehmen, aber nicht zu resignieren: im Unglück mit Glück zu rechnen, im Leid noch Freude zu erhoffen, im Streit an den Frieden zu glauben, bei Ablehnung noch Wertschätzung, Mitgefühl und Liebe zu erwarten (zu antizipieren).

Dementsprechend ist die wichtigste Bedingung für eine gesunde Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Wechsel von angenehmen und unangenehmen Erfahrungen und Gefühlen nicht zu ignorieren bzw. zu verdrängen, sondern sich mit den unangenehmen Zuständen auseinanderzusetzen und sie in annehmbare zu überführen. Erstrebenswert ist nicht ein dauerhaft glückliches Leben, vielmehr die immer wiederkehrende Möglichkeit, Glück zu erlangen, die in der Summe ein gesundes Gemüt, einen kreativen Geist, ein Gefühl von Sinn und Zusammenhang (Kohärenzsinn) ergibt.

Die Akzeptanz und Bewältigung des nie endenden Wechsels von Glück und Unglück erfordert Frustrationstoleranz und Suchverhalten, d. h., das Bestreben, Wege und Strukturen (einen gegliederten Aufbau von Bedingungen, Regeln, Teilschritten) zum Erreichen des Glücks zu finden und immer wieder neu zu suchen. Im Kindesalltag heißt das, ein Spiel nach Regeln zu spielen, verlieren, leiden, wieder anfangen, sich konzentrieren und durchhalten können bis zum Gewinn. Für Jugendliche bedeutet es, sich solange mit einer unbekannten Aufgabe allein oder unterstützt von Bezugspersonen zu befassen, bis sie verstanden und gelöst ist. Vom Erwachsenen fordert es, sich in unklaren Entscheidungssituationen auf Probleme und Konflikte solange einzulassen, bis eine annehmbare Lösung gefunden ist. Diese Grundfähigkeit erreichen Erwachsene, Jugendliche und Kinder im steten Umgang mit guten und schlechten Gefühlen, im Zusammenspiel von Körper, Gefühl und Geist. Das Erreichen der Grundfähigkeit ist aber zu einem großen Teil abhängig von den Erfahrungen, von der persönlichen Geschichte des einzelnen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindes.

 

Die Wahrnehmung, der Ausdruck und Austausch starker unangenehmer und angenehmer Gefühle als wesentliches Kennzeichen der emotionalen Intelligenz

Die Emotionen, Gefühle und Affekte helfen uns zu erkennen, welche Bedeutung die eignen inneren Reize und die äußeren Reize aus der Umwelt für uns haben. Die inneren und äußeren Reize können schwach, stark bis extrem stark sein und dementsprechend schwache bis sehr starke unangenehme bzw. angenehme Emotionen, Gefühle und Affekte  auslösen. Starke unangenehme Reize lösen starke Unlust- und  Schmerzgefühle (Schwäche, Versagen, Angst, Kränkung, Verletzung, Schmerz) oder/und starke Aggressions- und Abwehrgefühle (Widerstand, Verweigerung, Trotz, Ärger, Zorn, Wut) aus. Dagegen bewirken angenehme Reize Lust- und Freudegefühle (Vergnügen, Freude, Lust, Glück, Übermut, Euphorie) und Kontakt- und Nähegefühle (Anerkennung, Wertschätzung, Sympathie, Mitgefühl, Trost, Halt).

Die Unterdrückung der starken bzw. sehr starken ausgelösten unangenehmen Emotionen, Gefühle und Affekte führt zu endlosen Diskussionen, unfruchtbaren Auseinandersetzungen, zeit- und kraftraubenden Streitereien ohne Annäherung, außerdem häufig auch zu wertlosen, kurzlebigen Scheinkompromissen. Die ständige Unterdrückung und Verdrängung der starken und  sehr starken Unlust- und Schmerzgefühle,  Abwehr und Aggressionsgefühle bewirkt ihre Verstärkung. Es entsteht ein Teufelskreis in dem die unterdrückten unangenehmen Gefühle zu Ohnmachtsgefühlen werden, depressive Reaktionen und antisoziale Aktionen verursachen.   

Die Wahrnehmung, der Ausdruck und Austausch der starken und sehr starken unangenehmen Emotionen, Gefühle und Affekte in der Stärke wie sie sind, führt im Kontakt mit emotional toleranten, haltgebenden Bezugspersonen und -gruppen zur Entspannung, Freude und Zufriedenheit, sowie zur Stabilisierung der Kontakte d.h. zu Anerkennung, Wertschätzung, Sympathie, Mitgefühl, Trost, Fürsorge.
Die Möglichkeit, die  starken bzw. sehr starken ausgelösten unangenehmen Emotionen, Gefühle und Affekte ausdrücken und austauschen zu können, reduziert die Angst vor negativen Erfahrungen, stärkt (unterstützt durch das Dopamin-System im Gehirn) den Willen zu ihrer Bewältigung und bewirkt Selbstwertgefühle sowie soziale Gefühle.

Der im Kontakt zugelassene Ausdruck und Austausch - durch starke unangenehme Reize ausgelösten - starken bis sehr starken unangenehmen Emotionen, Gefühle, Affekte  schwächt die angenehmen Emotionen nicht, im Gegenteil er verstärkt sie. Die vom Zeitgeist überbetonten „positiven Gefühle“ und die damit verbundene Unterdrückung, besonders starker negativer Gefühle,  schwächen Personen, Gruppen und Teams. Der „Kult der positiven Gefühle“ schwächt und zerstört aus epigenetischer Sicht  (Wissenschaft vom Anschalten und Abschalten der Gene durch die Umwelt) die Netzwerke im Gehirn, die einen entwicklungsfördernden Einfluss auf den  Ausdruck und Austausch von starken bis sehr starken unangenehmen Gefühlen haben.

Die fehlende Möglichkeit und Fähigkeit starke bis sehr starke unangenehme Emotionen, Gefühle und Affekte wahrzunehmen, auszudrücken, auszutauschen und die damit verbundene  Unterdrückung bzw. Verdrängung starker und sehr starker Unlust- und Schmergefühle, Abwehr-und Aggressionsgefühle verursachen Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen:
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Mängel in der willentlichen Anstrengung, Abneigung gegen Belohnungsverzögerung, geringe Frustrationstoleranz,  aggressive Ausbrüche, Unruhe, Hyperaktivität, ADS und ADHS, Unterbrechung des Kontaktes, Vermeidung von Kontakten, sozialer Rückzug, psychisch bedingte Formen des Autismus, Angststörungen, Zwangsstörungen, Depressionen, Borderlinestörungen, Psychosen, Psycho- bzw. Soziopathien, Suchtstörungen und psychosomatische Störungen jeder Art.

Angenehme und unangenehme, gute und schlechte Emotionen, Gefühle und Affekte als wesentliche Kennzeichen der emotionalen Intelligenz

Emotionen, Affekte, Gefühle: Emotion betont von seiner lateinischen Wurzel "movere“ (bewegen) her gesehen das Bewegt- und Ergriffenseins. Das Wort "Affekt" hat die Wurzel im lateinischen Verb „afficere“ (anmachen, anrühren) und meint dasselbe wie Emotion. Im alltäglichen Sprachgebrauch bezeichnet „Affekt“ die durch einen heftigen Reiz ausgelöste heftige Emotion (z. B. Schmerzschrei). Der Begriff "Gefühl" ist im Gegensatz zum Affekt eine schwächere Form des Bewegt- und Ergriffenseins, die dem Denken und Erinnern nahe liegt und das Sprechen über Emotionen und Affekte ermöglicht. (In der Forschung bezieht sich der Begriff Affekt auch auf die Begriffe Emotion und Gefühl z.B. in den Bezeichnungen „Affektabstimmung“ und „Affektregulation“).

Die Bewertungen „positiv“ und „negativ“ im Hinblick auf Emotionen, Gefühle und Affekte orientieren sich meistens an den Empfindungen, die sie auslösen. Emotionen, Gefühle und Affekte wie z.B. Freude, Sympathie, Zuneigung, Selbstwert- und Gemeinschaftsgefühl werden als angenehm empfunden und „positiv“ gewertet. Gefühle und Affekte wie z.B. Angst, Schmerz, Ärger, Wut, Minderwertigkeit, Schuld werden als unangenehm empfunden und „negativ“ erlebt. Im Hinblick auf eine gesunde persönliche Entwicklung können angenehme Emotionen Gefühle und Affekte auch sehr „negativ“ sein.

Nicht das Empfinden von „angenehm“ und „unangenehm“ ist ausschlaggebend für die Bewertung von „positiv“ oder „negativ“ („gut“ oder „schlecht“), sondern die optimale Auswirkung auf die Lösung der Probleme im privaten und beruflichen Alltag. Die positive oder negative Qualität der Gefühle wird bestimmt durch ihren Einfluss auf das persönliche und soziale Gleichgewicht, auf die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Unlust Schmerz, Trauer, Ärger, Wut, Aggression werden in modernen Gesellschaften als kontraproduktiv gesehen und erlebt. Doch der Umstand, dass diese Gefühle dem Zeitgeist als unangenehm erscheinen, stellt die Rolle dieser Emotionen, Gefühle und Affekte nicht in Frage. Stark betonter Ausdruck von Sympathie, Nähe, Konsens bei Vermeidung von Streit und Auseinandersetzung führen nicht selten zu Abwertungen, Trennungen und Feindschaften. Im Hinblick auf eine gute Entwicklung können sich dagegen unangenehme Emotionen, Gefühle und Affekte sehr positiv auswirken. Rechtzeitige Wahrnehmung von Verletzung und Schmerz schützt vor starken Gefahren; zeitige Empfinden von Scham und Schuld hilft lebenswichtige Bindungen zu erhalten.

Leben ist durch diese vom Zeitgeist als „negativ“ bewerteten Gefühle geschützt und gerettet worden, sie haben dem „Leben im Zustand des Wohlbefindens“ gedient. Die mögliche positive Funktion vermeintlich „negativer, schlechter Gefühle“ erfordert, ihren Ausdruck und Austausch. Vergleiche dazu das Leitmotiv des Buches „Wachsen mit guten und schlechten Gefühlen“:

Menschlich ist es, unangenehme und schlechte Gefühle zu haben. Unmenschlich ist und macht es, unangenehme und schlechte Gefühle zu unterdrücken und zu verdrängen. Stark und glücklich macht es, unangenehme und schlechte Gefühle teilen zu dürfen.

Klärung des Begriffs Intelligenz (IQ), und der Begriffe rationale Intelligenz (RQ), emotionale Intelligenz (EQ), soziale Intelligenz (SQ)

Emotionen, Gefühle, Affekte sind kein verzichtbarer Luxus. Sie sind wichtig für die Anpassungsleistungen im privaten und beruflichen Alltag und gehören untrennbar zu den Mechanismen der Lebensbewältigung. Angenehme und unangenehme Emotionen, Gefühle und Affekte sind dazu bestimmt, Bedrohungen abzuwehren und Quellen für Energie, Wachstum und Schutz zu erschließen. Es ist deshalb wichtig neben der gedanklichen, rationalen Intelligenz von einer emotionalen und sozialen Intelligenz zu sprechen, ihre Bedeutung zu sehen und zu reflektieren. Das legt auch der eigentliche, ursprüngliche Begriff von Intelligenz nahe.

Das Wort Intelligenz hat seine Wurzel im lateinischen Verb „intellegere“ (inter = zwischen; legere = auswählen) und bedeutet „auswählen können zwischen verschiedenen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten“. Dementsprechend bezeichnet das Wort "Intelligenz" in ursprünglicher Bedeutung die verfügbaren Auswahlmöglichkeiten. Die Intelligenz ist hoch bei vielen verfügbaren Auswahlmöglichkeiten und die Intelligenz (IQ) ist niedrig bei wenig verfügbaren Auswahlmöglichkeiten.

In der Intelligenzforschung wurde und wird das Wort Intelligenz heute noch ausschließlich auf das Denken, den rationalen Bereich (RQ) bezogen; dort bezeichnet das Wort die verfügbaren unterschiedlichen Möglichkeiten einer Person, unterschiedliche Sachen, Aufgaben, Personen, Situationen, Ereignisse gedanklich zu verstehen, zu analysieren, Entscheidungen zu treffen, Handlungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

In der jüngeren Forschung wird der Begriff Intelligenz auch auf den emotionalen Bereich (EQ) bezogen; hier bezeichnet er die verfügbaren unterschiedlichen Möglichkeiten einer Person, mit positiven und negativen Emotionen, Gefühlen, Affekten unterschiedliche Personen, Sachen, Aufgaben, Situationen, Ereignisse wahrzunehmen, zu verstehen und zu bewerten. Auf die Emotionen bezogen kennzeichnet der Begriff Intelligenz auch die verfügbaren unterschiedlichen emotionalen Möglichkeiten, das Denken und Handeln zu optimieren.

Neben den Gedanken haben auch die Emotionen, Gefühle und Affekte einen sehr starken Einfluss auf die Entwicklung und auf die Gestaltung von privaten und beruflichen Beziehungen. Deshalb ist es wichtig von der sozialen Intelligenz zu sprechen, ihre Bedeutung zu sehen und zu reflektieren. Der Begriff soziale Intelligenz (SQ) bezeichnet dann die verfügbaren geistigen und emotionalen Möglichkeiten einer Person, Beziehungen zu Personen, Gruppen, Gemeinschaften zu verstehen (einzuschätzen), zu bewerten und zu gestalten (bei Wahrung der persönlichen Integrität).

Eine entwicklungsfördernde Gestaltung der Wechselbeziehung zwischen der Umwelt und dem Organismus, der Person und der Gemeinschaft ist nicht nur von rationalen, sondern im gleichen Maß von den emotionalen und sozialen Auswahlmöglichkeiten abhängig (IQ = RQ+EQ+SQ).

(Der vorliegende entspricht den Erklärungen der Begriffe in den Begriffserklärungen nach dem Inhaltsverzeichnis des Buches.)